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Ein Tag in Wien
von Ines Käflein
"Zum Dessert sollte man allerdings wieder ins 19. Jahrhundert zurückkehren und in einem der Wiener Kaffeehäuser eine heiße Melange mit Schlagobers (Schlagsahne) und ein Stück Sachertorte genießen."

Shanghai - Globalisierung im Reich der Mitte
von Fredy P. Weber
"Zählt man die internationalen Restaurants (vornehmlich im neuen Pudong zu finden) noch hinzu, ist fast die halbe kulinarische weltweite Vielfalt in Shanghai zu finden. Und das ist nicht übertrieben."

Pilgertum und Wallfahrt in Indien
von Stefan Peichl
"Das indische Wort für Wallfahrt ist der aus dem Sanskrit stammende Begriff tirtha yatra. Tirtha bedeutet wörtlich „Furt“, also eine flache Stelle in einem Fluss; yatra ist der Weg."

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Von Katzenwesen, Harpien und Kaimanen...

von Katrin Sorge


Es ist allgemein bekannt, dass jahrhundertelang beträchtliche Teile Südamerikas im Bann der mächtigen Inka-Kultur waren, welche insbesondere die Andenländer maßgeblich in Geschichte, Kultur und Wirtschaft geprägt hat. Und dass noch heute Hinterlassenschaften wie die legendären Inka-Ruinen von Machu Picchu von der gewaltigen Kraft und Dominanz der Inka zeugen, weiß auch jedes Kind. Was aber viel weniger Touristen, die Peru besuchen wissen, ist, dass sich die Inka vieler vorhergehender Hochkulturen "bedient" und sie in ihren Erfindungen und Sitten vereinigt haben. Zu jenen Völkern, die sich vor den Inka ein ebenso bedeutendes Imperium aufgebaut hatten, gehören die Chavín. Benannt nach der idyllischen Andenstadt Chavín de Huántar, Nähe Huaraz, hatte die Ära circa 800 vor Christus ihre Blütezeit und zur etwa gleichen Zeit entstand ihr damaliger Götterpalast im Tal des Río Mosna, von dem heute nur noch ein Ruinenkomplex übrig ist.

Huaraz Lagune, Querococha. Foto: peruline.de
Icon Bild vergrößern  Huaraz Lagune, Querococha. Foto: peruline.de

Als ich mich früh morgens von Huaraz aus auf den Weg ins 110 Kilometer entfernte Chavín machte, stand mir eine ruckelige Fahrt durch beeindruckende Landschaften bevor. An wilden Flussläufen und Weidenlandschaften mit friedlich grasenden Kühen und Eseln mangelt es nicht und die gewaltigen, teils mit Schnee bedeckten Felswände der östlichen Cordillera Blanca, die im Sonnenlicht glitzern, lassen einen die höhenbedingte Kühle vergessen. Auch die traumhafte, türkisfarbene Lagune und das weitläufige Conchucos-Tal laden zu einem kurzen Fotostopp ein. Hat man erstmal den 4.178 Meter hohen Pass überwunden, darf man sich bei der darauffolgenden kurzen Tunnelfahrt etwas wünschen und blinzelt auch schon bald den Einheimischen in Chavín de Huántar entgegen.

Nach einer kurzen Mittagspause in einem landestypischen Restaurant bin ich dann endlich am Ziel meiner Begierde angekommen - die Tempelanlagen von Chavín. Beim Betreten des Chavín-Komplexes sieht man zunächst nur unscheinbare Steinkolosse, die mit Gras übersäht sind. Man muss wissen, dass ein großer Teil des Palasts von Chavín unterirdisch liegt und ein kompliziertes Labyrinth aus Korridoren, Gängen und Rampen bildet, in dem vor allem große Menschen den Kopf einziehen sollten.

Ein letzter Nagelkopf
Icon Bild vergrößern  Ein letzter Nagelkopf "Cabeza Clava". Foto: peruline.de

Die Chavín haben wahre Ingenieursmeisterwerke vollbracht - man mag kaum glauben, dass Menschen schon vor fast 3.000 Jahren ausgeklügelte Kanal- und raffinierte Ventilationssysteme, wie man sie in den Ruinen zu Gesicht bekommt, erfinden konnten. Ferner zeichnet sich die Kultur durch äußerst detaillierte Meißelarbeiten aus, in denen vermenschlichte Tierwesen als Götter dargestellt werden. Der Hauptgott der Chavín ist dabei als eine katzenähnliche Gestalt personifiziert, während der Kaiman den Gott des Wassers und der Greifvogel Harpie das Luftelement reflektiert. Des Weiteren findet man direkt in der Ruine einen etwa 4,5 Meter hohen Granit-Monolith, der umgangssprachlich "El Lanzón" genannt wird und der das Gesicht eines Raubtieres mit Schlangenhaaren und langen Zähnen hat. Wissenschaftler munkeln, dass hier früher Opferzeremonien statt gefunden haben.

An den Außenwänden des Palasts befindet sich zudem noch ein letzter Nagelkopf ("cabeza clave"), ein Zapfen, der an menschliche Köpfe erinnert. Alle anderen Zapfen sind inzwischen in Museen ausgestellt. Der Chavín-Palast birgt noch heute jede Menge Rätsel. Noch nicht alle Ausgrabungen sind abgeschlossen und Wissenschaftler haben für viele Aspekte der Hochkultur keine Erklärung gefunden. Es wird gesagt, dass die Chavín sich nicht durch Kriege oder andere gewaltsame Ausbrüche verbreitet haben, sondern durch den Einfluss ihrer künstlerischen und kulturellen Entwicklung. Über den Grund, warum das Reich letztendlich untergegangen ist, gibt es hingegen nur Theorien. Auch bleibt es fragwürdig, wie lange der Tempel, der als letztes Erbe der Chavín-Kultur gilt, uns noch erhalten bleibt, da er durch seine Lage im Río-Mosna-Tal stark bedroht ist von Platzregenfällen im Sommer, vereinzelt auftretenden Erdbeben und dem El-Niño-Phänomen. Vielleicht sollte man sich aber genau deswegen die Ruine anschauen, denn nicht umsonst wurde sie 1985 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt.

Übrigens: wer viel Zeit hat und nach dem Besuch der Ruinen noch seine Seele baumeln lassen möchte, kann dies in einer der stadteigenen heißen Quellen tun.


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© 2009 Text: Katrin Sorge (peruline.de), Fotos: Archiv (peruline.de)

Katrin Sorge studierte Tourismus in den Niederlanden und in Spanien und absolviert seit Mai 2009 ein Praktikum bei peruline.de. Sie ist besonders beeindruckt von Perus kultureller und naturräumlicher Vielfalt und freut sich darauf, viele unvergessliche Eindrücke und Erfahrungen in ihrem neuen Gastland zu sammeln.


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