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Portugal - Abenteuer Algarvevon Andrea Storr, M.A.Die Algarve hat etwas unnahbar Geheimnisvolles. Trotz ihrer schönen Küste und stetig wachsender Anzahl exklusiver Ferienorte, bleibt dies eine trockene, vom Wind gepeitschte und von den harschen Einflüssen des Atlantiks geprägte Region. Die Menschen sind tief in ihrer Vergangenheit als seefahrende Nation verwurzelt, und gestalten ihr Leben gemäß alter Traditionen. Dort wo sie leben ist die Natur größtenteils noch unberührt, die Strände leer und die unzähligen Buchten von ungezähmter Schönheit. Hier liegt der eigentliche Charakter und Zauber der Algarve. Und vorausgesetzt man reist außerhalb der Hochsaison – am besten im Frühjahr, wenn die Farben und Düfte die Sinne berauschen – dann wird man ihn auch finden. Besonders der Südwesten der Region ist von einer außergewöhnlich historischen, geographischen und kulturellen Mannigfaltigkeit. Die Stadt Lagos, ca. 70 km westlich von Faro an der Südküste, dient als interessanter Ausgangsort. Es ist eines der historischsten Städte der Algarve, die Altstadt umgeben von aus Sandstein errichteten Mauern des 14. Jahrhunderts. Von diesem Hafen, damals bekannt als das 'Fenster zur Welt', segelten viele der großen portugiesischen Abenteurer gen Neue Welt. Weniger beeindruckend ist, dass die Stadt, in ihrer Funktion als Basis für den neuen afrikanischen Handel, im Jahre 1444 den ersten Sklavenmarkt Europas eröffnete. Die ursprünglichen Arkaden stehen noch immer neben dem alten Zollhaus am Praça da República. Lässt man Lagos hinter sich, und fährt entlang der Küste Richtung Westen, bemerkt man schon bald wie die geschwungene Landschaft deutlich weniger vom allgemeinen Fortschritt betroffen ist. Diese Strecke, und die der gesamten Westküste der Algarve, stehen unter Schutz des Parque Natural do Sudouste Alentejano e Costa Vicentina. Vereinzelt stehen Häuser sowie vom Wetter gezeichnete Höfe, die auf das angewiesen sind, was sie auf ihrem kleinen Stückchen Land für sich erwirtschaften können. Schon in der frühen Jahreszeit verliert die struppige Vegetation ihr sattes Grün, und unter einem milchig-blauen Himmel macht sich vermehrt die orange-rote Erde sichtbar. Biegt man nach einer Weile links ab, so erreicht man das kleine Fischerdorf Burgau. Eine von Jahrzehnten geprägte, kopfsteingepflasterte Straße führt direkt durch das Dorf, und man kann gar nicht anders, als einen diskreten Blick hinein in das kühle Dunkel, urig-erdige Innere der weiß- getünchten Häuser und kleinen, kuriosen Geschäfte zu werfen. Auch kann man hier wunderbar essen. Hoch auf den Klippen, mit Blick auf das aufgewühlte Meer, welches sich mit donnernder Brandung am weiten, weißen Strand entlädt, befindet sich das Restaurant A Barraca. Die regions-typischen cataplanas (der Name des besonderen, aus Kupfer hergestellten Kochtopfes) mit direkt - vom - Hafen - frischen Meeresfrüchten allein sind diese Reise wert. Ende der Welt Fährt man dann weiter die Küstenstraße entlang, so nähert man sich langsam aber sicher dem 'Ende der Welt'. Zumindest glaubten das die Alten Römer, als sie täglich voller Staunen zusahen, wie die Sonne hinter Cabo de São Vicente zischend im Meer versank. Das Kap und der dazugehörende Ort Sagres, formen den Zipfel Portugals, an dem die südlichen Ufer auf denen des wilderen Westens treffen. Hier soll sich Prinz Heinrich der Seefahrer im Jahre 1420 seine Navigationsschule errichtet haben, um zusammen mit führenden Astronomen, Kartographen und Abenteurern seiner Zeit die Kunst der Schifffahrt neu zu erschaffen. Somit stachen die ersten, hochseetüchtigen Karavellen in See – stolze Boote mit weitem Rumpf und kleinen, verstellbaren Segeln, die sich mit voller Wucht gegen den Wind legen konnten. Erreicht man dann den kleinen Ort Carrapateira, fühlt man sich anfangs etwas fehl am Platze, denn das Leben der Einheimischen läuft trotz stetiger Anzahl Touristen seine gewohnten Bahnen. Außer ein paar neugierigen Blicken wird einem wenig Beachtung geschenkt, dafür aber unbekümmert signalisiert, dass man die hiesigen Dinge so zu nehmen hat wie sie eben sind – inklusive der rot-staubigen Straßen, streunenden Hunde, lauten Musik aus der Bar und langen Wartezeiten im einzigen Lebensmittelladen. Der örtliche Strand, Praia da Bordeira, ist jedoch schon Grund genug hier ein wenig zu verweilen. Ein sich weit ausdehnender weißer Strand, erstreckt sich idyllisch über Sandbänke hinweg bis zu einer Flussmündung. Bei starker Brandung lockt es die Surfer in die Wellen, aber außer einem vereinzelten Fischer, der vom Felsen aus seine Leine wirft, ist hier zur frühen Jahreszeit kaum jemand zu sehen. Al-Gharb oder 'Land im Westen' Im Vergleich zu Carrapateira bietet das nördlicher gelegene Dorf Aljezur ein wenig mehr Abwechslung. Schon allein der exotische Name hat einen faszinierenden Klang. Bis hierher sind die Mauren – ein tolerantes Volk, denen ein zivilisierender Einfluss auf Portugal nachgesagt wird – im 8. Jahrhundert vorgedrungen. Al-Gharb oder 'Land im Westen' haben sie die Provinz genannt, in der sie sich besonders zahlreich niedergelassen haben. Nicht nur die Namen sind geblieben. Hinter der Altstadt, auf einem Hügel mit Blick hinunter ins Tal, befinden sich die Ruinen einer von den Christen im Jahre 1246 zurückeroberten Maurischen Burg. Der Anblick ihrer verblassten Herrlichkeit lädt zum Nachdenken ein. Es sind nicht nur die dunklen Gesichter der einheimischen Bevölkerung, die daran erinnern wie vielseitig die Kultur des Südens von der Hinterlassenschaft der Mauren geprägt ist. Weitere Berichte von Andrea Storr, M.A.:
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