Sie befinden sich hier:  Startseite / Magazin / ReiseMagazin / Fiji - the way the world should be. ...oder ...  
 

Themen

Veranstalter

Ziele

Schnellsuche













Mein Basar

ReiseMagazin

Ein Tag in Wien
von Ines Käflein
"Zum Dessert sollte man allerdings wieder ins 19. Jahrhundert zurückkehren und in einem der Wiener Kaffeehäuser eine heiße Melange mit Schlagobers (Schlagsahne) und ein Stück Sachertorte genießen."

Shanghai - Globalisierung im Reich der Mitte
von Fredy P. Weber
"Zählt man die internationalen Restaurants (vornehmlich im neuen Pudong zu finden) noch hinzu, ist fast die halbe kulinarische weltweite Vielfalt in Shanghai zu finden. Und das ist nicht übertrieben."

Pilgertum und Wallfahrt in Indien
von Stefan Peichl
"Das indische Wort für Wallfahrt ist der aus dem Sanskrit stammende Begriff tirtha yatra. Tirtha bedeutet wörtlich „Furt“, also eine flache Stelle in einem Fluss; yatra ist der Weg."

* mehr ...

 

Fiji - the way the world should be. ...oder doch nicht?

von Markus Pangerl

    Die Gruppe der Fiji Inseln im Südpazifik gelten in westlich Nationen als ein Synomym für sagenhaften Urlaub, unberührte Traumstrände, freundliche Einheimische oder einfach südpazifische Trauminseln. Doch es sei gestattet zu fragen: Ist das alles was die Republik der Fijin Inseln zu bieten hat?
In Deutschland, Europa, Amerika, sowie den Nachbarn in Australien und Neuseeland werden die Inselstaaten des Südpazifiks oft glorififiziert, zum Teil in einem Ausmaß, der der gegenwärtigen Realität kaum gerecht wird. Fijis Inselgruppen verkörpern durchaus das, was man im allgemeinen als Südseeparadies empfinden mag. Dis Strände der Mamanucas oder Yasawa Inseln, die Einzigartigkeit der Kadavu Inselns, oder die atemberaubente Vegetation und Meerestopographie von Taveuni stehen oft im Vodergrund, wenn Fiji als ´Urlaubsparadies´ angepriesen wird.

    Dies alles zurecht. Für Besucher, die für einen zweiwöchigen Urlaub um die halbe Welt fliegen, sollte Fiji vielleicht auch nicht mehr als ein Urlaubs- und Tourismusparadies verkörpern. Doch falls man doch genauer hinsehen möchte, sollte man Fiji als pazifisches Zentrum betrachten, das eine weitaus kompliziertere Geschichte und gegenwärtige Konstellations zu bieten hat, als durch Reiseführer angepriesen.

Suva - Die Hauptstadt Fijis

    Viti Levu und Vanua Levu, die beiden Hauptinseln von Fiji, werden oft nur marginal erwähnt, wenn sich sogenannte Globetrotter im Diskurs über Fiji austauschen. Doch sind diese gerade die Lokalitäten, die Fiji zu einem Großteil ausmachen. Suva, die Hauptstadt Fijis im Südosten Viti Levus beherbergt mit fast 200.000 Einwohnern ca. ein Viertel der Gesamtbevölkerung des Landes. Weitere urbane Zentren, wie Nadi und Ba auf Viti Levu, sowie Labasa auf Vanua Levu sind wichtige Städte, die als Anziehungspunkt gelten für Bewohner des ländlichen Hinterlandes, sowie der weiter außerhalb gelegenen Inseln.
Suva ist innerhalb des südpazifischen Raumes ein Anlaufpunkt für viele Arbeitnehmer und international-orientierte Leute. Hier gibt es die University of the South Pacific, viele Zentralen von Non-Government Organisations (NGOs), sowie die UNDP oder die Vertretungen westlicher Botschaften. In vielerlei Hinsicht ist Suva eine Metropole, in der sich Staatsangehörige vieler Nationen finden lassen. Das Stadtzentrum Suvas, sowie deren Geschäftswelt oder Nachtleben sind synonym für den kulturellen Mix, der die Inselwelt Fijis auszeichnet.

Feldforschung auf den Fijis

    Während der zwölf Monate, die ich in Suva erleben durfte, traf ich häufig andere Europäer, Australier, Neuseeländer oder Amerikanern, denen oftmals nicht bewußt war, dass Fiji die Heimat mehrerer ethnischer Gruppen sei. Im Zuge der Britischen Kolonialisierung im Jahre 1874 und der Einführung indischer Arbeitskräfte für die Zuckerplantagen 1879, wurde die Demographie Fijis entscheidend beeinflußt. Heute leben auf den Fiji Inseln ca. 55% indigene Fijianer, 39 % ethnische Fiji-Inder und desweitern Rotuman-Insulaner, Fiji-Chinesen, sowie andere pazifische Staatsangehörige. Die erste Bevölkerung Fijis ist seit ca. 3000 Jahren auf den Inselgruppen ansässig und wurde in mehreren Migrationsbewegungen über die Jahrhunderte vervollständigt, die auch für weitere Teile der Besiedlung der südpazifischen Inseln verantwortlich sind. In bestimmten Ethnizitätsdebatten und innerhalb der Kulturanthropologie werden die indigenen Fijianer als Verbindung melanesischer und polynesischer Charakteristik gedeutet. Die Indo-Fijianer hingegen kamen vor allem in der Zeit von 1879 bis ca. 1920 auf die Inseln, als Teil des britisch-gesteuerten Indenture (Kontrakt) System.

    Ein Großteil dieser ´indentured labourers´ kam aus den heutigen indischen Bundesländern, Uttar Pradesh und Bihar, sowie zu geringerem Maße aus südindischen Regionen, wie Tamil Nadu.
    Die Mehrheit dieser ´Arbeitsmigranten´ blieb im Anschluß an die Kontraktdauer dauerhaft in Fiji und bildete somit die Basis der heutigen Indo-Fijianischen Bevölkerung. Die Fiji Inseln sind in vielerlei Hinsicht ein Vielvölkerstaat, der sehr ähnlich ist zu Malaysia - mit vergleichbaren und andauernden sozio-ethnischen Problemen.

Politischen Umstürze von 1987, 2000 und 2006

    Dies wird klar, wenn man auf die politischen Umstürze von 1987, 2000 und 2006 verweist. Ot wurde in diesem Zusammenhang auf die sogenannten ethnischen Probleme Fiji verwiesen – zwischen indigenen Fijianern und indisch-stämmigen Staatsbürgern. Der letzte Coup im Dezember 2006 hat jedoch gezeigt, dass dies nicht das einzige Problem der jungen Nation Fijis ist. Vielmehr kommen Pobleme der intra-Fijianischen Macht –und Politikstruktur zu tragen, die es sich oft ein leichtes gemacht hat, den ´Inder´ als Problem auszumachen.
Trotz allem hat diese Rhethorik seit 1987 dazu geführt, dass mehr als ein Drittel aller indisch-stämmigen Bewohner das Land verlassen haben, und nach Australien, Neuseeland, Canada und Amerika ausgewandert sind. Viele mehr würden das gleiche tun, sofern ihnen die Möglichkeit gegeben würde.

    Fiji ist ein Land reich an Ressourcen und innerhalb des Pazifiks auch ein recht modernisiertes und fortschrittliches Land. Dennoch wird in westlichen, und vor allem in europäischen Ländern oft vergessen, dass Fiji auch eine junge Nation ist, die auf den Überbleibseln des Kolonialismus und einer neuen, auf Wirtschaftlichkeit und Globalisierung beruhenden geopolitischen Situation beruht. Die Konflikte, die auf Fiji seit 1987 ausgetragen wurden, hatten nur in wenigen Fällen etwas mit Waffengewalt (abgesehen von dem Coup in 2000) zu tun und konfliktbeladene Auseinandersetzungen nahmen nie die Formen an, wie sie uns allgegenwärtig sind aus Szenarien in Westafrika.

    Und doch, Fiji ist weitaus mehr als ein puritanisches Urlaubsparadies. Falls man nur für einen kurzen Urlaub das Land besucht, mag es nicht von Nöten sein all diese Einzelheiten genauer zu erörtern.
    Man sollte sich doch in jedem Fall bewußt sein, dass auch ein pazifisches Urlaubsparadies, wie die Fiji Inseln, eine weitaus komplexere Vergangenheit und Gegenwart haben, die man nicht vollständig in einem kurzen Erlebnisbericht erörtern kann.

Für eine tiefergehende Ausführung, nachzulesen in Pangerl, M. 2007 ´Notions of Insecurity among Contemporary Indo-Fijian Communities´, The Asia Pacific Journal of Anthropology, Vol. 8, No. 3, pp. 251-264.

Für alle Freunde in Suva und Sydney, Markus Pangerl

©
2007 Reisebasar.de/ Text: Markus Pangerl

Markus Pangerl, M.A., PhD. (ANU), studierte Ethnologie in Heidelberg und Canberra (Australien). Er ist promovierter Ethnologe und arbeitet zur Zeit in Shanghai. Markus Pangerl schreibt diese Berichte exklusiv für Reisebasar.de.


Weitere Berichte von Markus Pangerl:




Symbol RSS Feed   RSS Feed ReiseMagazin

zurück zur Übersicht

 

ReiseNews

  • Nachhaltiges Reisen: Wenn 180.000 Äpfel reisen würden...

    (19.03.2012) Die eingesparte Energiemenge entspricht, umgerechnet

    * mehr ...

  • Reisen & Erleben: Reiseveranstalter travel-to-nature mit der Goldenen Palme ausgezeichnet

    (11.03.2012) Der spezialisierte Reiseveranstalter travel-to-nature

    * mehr ...

  • Autorundreise: Mietwagen à la carte - Mobil und unabhängig durch Cuba

    (02.03.2012) Bei den 7- bis zu 16tägigen Mietwagen-Rundreisen

    * mehr ...

Alle ReiseNews

Reisebüro

Unser Büro ist täglich für Sie geöffnet.

Service-Center-Logo

* mehr ...

Last Minute

- Mallorca ab 145,-
- Gran Canaria ab 320,-

Last Minute Aktuell ● 

Reiseveranstalter im Preisvergleich

* mehr ...

Web 2.0

Folgen Sie unseren News auf Twitter

Interessantes in unserem blog.reisebasar.de

Reisebasar.de Videos auf  Youtube

Freunde bei Facebook

Der schönste Blick aus unserem Büro
---

Logo Twitter

* mehr ...