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Ein Tag in Wien
von Ines Käflein
"Zum Dessert sollte man allerdings wieder ins 19. Jahrhundert zurückkehren und in einem der Wiener Kaffeehäuser eine heiße Melange mit Schlagobers (Schlagsahne) und ein Stück Sachertorte genießen."

Shanghai - Globalisierung im Reich der Mitte
von Fredy P. Weber
"Zählt man die internationalen Restaurants (vornehmlich im neuen Pudong zu finden) noch hinzu, ist fast die halbe kulinarische weltweite Vielfalt in Shanghai zu finden. Und das ist nicht übertrieben."

Pilgertum und Wallfahrt in Indien
von Stefan Peichl
"Das indische Wort für Wallfahrt ist der aus dem Sanskrit stammende Begriff tirtha yatra. Tirtha bedeutet wörtlich „Furt“, also eine flache Stelle in einem Fluss; yatra ist der Weg."

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BananaWallah - Zur Lage der Bananenverkäufer in Delhi

von Fredy P. Weber


Es war einmal ein Bananenverkäufer in Neu-Delhi, der verkaufte das Bündel Bananen für 30-40 Rupees, (ca. 12 mittelgroße Bananen.. vorausgesetzt man hat gut gefeilscht!). Das sind umgerechnet etwa 50 Euro Cent.

BananenWallah in Old Delhi, Chawari Bazar. Foto: F. Weber
Icon Bild vergrößern  BananenWallah in Old Delhi, Chawari Bazar. Foto: F. Weber

So ähnlich könnte das Märchen (wäre es eins) anfangen, denn meine ersten Eindrücke von Indien waren wie im Märchen... Ich kam nämlich direkt vom Flughafen in den Main Bazar in Pahar Ganj... und das war ganz schön abenteuerlich... das ganze Viertel ist zwar Mitten in Neu-Delhi, aber ein einziger riesiger Marktplatz... Geschäfte und Verkäufer so weit das Auge reicht... Wir, das heißt Ute und ich, mussten in den engen Gassen aus dem Taxi aussteigen und machten uns auf die Suche nach einer Unterkunft... Die Gerüche, der Lärm, der Staub und das bei 38° Celsius... Namaste.. Willkommen in Indien!

Politik- und Geschichte Südasiens waren meine Nebenfächer während meines Studiums... aber das habe ich nicht erwartet: Ich war im Zentrum Delhis und meine ersten Gedanken waren: Wo bin ich hier gelandet! Kaum 2-3 Hotels begutachtet, haben wir auch schon ein sehr sauberes, angenehmes (und leises) Hotel gefunden... es war nicht im Lonely Planet erwähnt und wie sich später herausstellte eines der besten in dieser Ecke. Auch über den Hotelpreis wurde natürlich verhandelt und nach einer kühlen Dusche ging es ins Leben... mitten ins Getümmel!

Nur 3 Bananen bitte! Foto: F. Weber
Icon Bild vergrößern  Nur 3 Bananen bitte! Foto: F. Weber

Bananen auf Reisen

Meine erste Handlung: Bananen kaufen vom Straßenhändler... leicht grüngelbliche, nicht zu sehr reife, mittelgroße Bananen... ein Traum... Das Feilschen war anstrengend... und dieses Mal war natürlich ich der Verlierer. Ein blasser, europäischer Tourist kauft auf der Strasse Bananen... Um diesem potentiellen, naiven Touristen etwas verkaufen zu können würde sich jeder Händler freuen. Und es ist jedes Mal das Gleiche... Der Tourist ist Anfangs immer der Verlierer... aber danach geht’s richtig ab.

Kommen wir aber zurück zum Bananenverkäufer. Der Früchtehändler in Pahar Ganj und hier ganz speziell der Bananenverkäufer (ein Beruf, der mit aller Wahrscheinlichkeit nur einer best. Kaste vorenthalten ist) kann sich meines Erachtens zu den wenigen glücklichen Gewinnern der momentanen, globalen Wirtschaftskrise zählen und das aus 2 Gründen: Zum einen werden auch in der Krise Bananen gegessen und weitaus wichtiger finde ich die Tatsache, dass der Bananenverkäufer als Wanderarbeiter in einer Metropole wie Delhi einen Job hat (das habe ich mit meinem Kauf natürlich unterstützt!). Es ist nicht gerade der beste Job, aber immerhin ein ziemlich sicherer... vorausgesetzt er verkauft gut!

Ein mobiler Limettenauspresser auf Standortsuche im Main Bazar, Pahar Ganj. Foto: F. Weber
Icon Bild vergrößern  Ein mobiler Limettenauspresser auf Standortsuche im Main Bazar, Pahar Ganj. Foto: F. Weber

Im Vergleich zur Konkurrenz wie dem Papayaverkäufer, dem Traubenverkäufer oder dem „mobilen-Limettenauspresser“, hat der Bananenverkäufer die geringste Arbeit und verkauft zudem seine Ware schneller. Bananen werden nicht nur von Einheimischen gekauft, sondern auch von Touristen, und das ist der entscheidende Vorteil. Trauben hingegen habe ich in Delhi nicht gegessen, die werden nämlich dauernd mit Wasser bespritzt, damit sie frisch aussehen... und woher weiss ich mit was für Wasser der Verkäufer seine Ware bespritzt? Also lasse ich solche Abenteuer lieber, denn das kann ganz schön in die Hose gehen... im wahrsten Sinne des Wortes. Außerdem habe ich mich die ganze Zeit gefragt, warum es so viele Traubenstände gibt... es kann doch gar keine Saison sein. Bananen hingegen haben mir auf allen Reisen das Leben versüßt. Bananen sind vitaminreich, müssen nicht gewaschen werden, können überall gegessen werden, sind eine sättigende Mahlzeit/Zwischenmahlzeit und stopfen... was will man mehr. Außerdem sind Bananen hier meist saisonal und lokal...

Ein moderner Obstverkäufer. Foto: F. Weber
Icon Bild vergrößern  Ein moderner Obstverkäufer. Foto: F. Weber

Die Bananenverkäufer in Delhi sind aber etwas besonderes. Nach einigen Tagen habe ich die Preise inzwischen gekannt, aber mit „fixed price“ war nichts: Jedes mal ging die Preisverhandlung von vorne los und am Ende gewann der bessere Feilscher. Das ist freie Marktwirtschaft an der Basis... Hat der Käufer mal einen schlechten Tag und feilscht nicht gut, zahlt er einen höheren Preis und der Verkäufer ist der Gewinner. Natürlich sind auch weitere Faktoren wichtig, wie Standort, Laune (sowohl des Verkäufers als auch des Käufers), Sprachkenntnisse, Zustand der Ware, Ausdauer, Verhandlungsgeschick und Erfahrung. Trotz allem zahlt der Tourist aber immer etwas mehr als der Einheimische... und das ist gut so. Ich nenne es die „Reisesteuer“, eine Abgabe die der Tourist auf der ganzen Welt immer wieder bezahlt. So auch auf den Bazaren in Delhi. Gelagert werden die Bananen auf Holz-Pritschen. Die Pritsche hat vier große Fahrradräder und ist nach oben hin offen. Das macht die Verkaufsstände flexibel. Sollte ein Standort nicht den erhofften Erlös bringen, wird gewechselt.

Bei 38° Celsius sind die Früchte oftmals der Sonne ausgesetzt... das ist aber den Verkäufern egal, denn die Bananen werden auch warm gekauft und gegessen. Schwierig wird es nur, wenn man von den alltäglichen Verhandlungen abweicht, so z. B. wenn ich nur 3 Bananen möchte und der Verkäufer mir aber dauernd die ganze Staude hin hält... Das geschieht weniger aus Verkaufstechnischen Überzeugungen, sondern weil er oftmals mit der Umrechnung überfordert ist... oder weil er keine Lust hat solch ein kleines Geschäft durchzuführen... oder wer weiß warum! Als Tourist möchte ich aber keinen Vorrat an Bananen anlegen... die Verkäufer gibt es sowieso an jeder Ecke und ich kaufe nur soviel ich auf einmal verzehren kann. Aber auch das interessiert den Verkäufer wenig... Also geht die Verhandlung so lange, bis einer nachgibt und entweder der Verkäufer seine Staude los hat oder der Käufer genervt die Pritsche verlässt. Es gab Verhandlungen die dauerten gute 5 Minuten... dann habe ich doch 5 Bananen gekauft statt ursprünglich 3.

ObstWallah im Bahnhof. Foto: F. Weber
Icon Bild vergrößern  ObstWallah im Bahnhof. Foto: F. Weber
Abends sind die Pritschen der Bananenverkäufer oftmals leerer als die der übrigen Früchtehändler... ein gutes Zeichen. Im Main Bazar (Pahar Ganj) haben sich viele der mobilen Verkäufer inzwischen einen festen Standort erkämpft (auf dem Weg zur Metro-Station RK Ashram Marg, linke Seite)... Und wenn die Pritsche leer ist kann es schon mal vorkommen, dass sich der Verkäufer darauf ausruht.... Nachts haben wir bemerkt, das sehr viele Menschen vor den Geschäften auf der Strasse schlafen... so auch die Bananenverkäufer... und während Sie träumen wird die Pritsche wieder mit Bananen beladen... wie im Märchen... und am nächsten Morgen geht die Verhandlung von vorne los...

An dieser Stelle einen herzlichen Gruß an alle Bananenverkäufer in Delhi..

Tipps & Hinweise Hier noch ein paar nützliche und interessante Informationen

Früchte auf Reisen Wer viel reist kennt das Problem von Essen und Unverträglichkeit. Es gibt Früchte, die sollte man meiden und es gibt welche, die sind unverzichtbar. So auch in Indien. Generell kann ich aber folgendes empfehlen: Früchte die schälbar sind, können auch auf Strassen und Märkten gekauft werden. Achten sollte man auf die Frische der Ware... Früchte sollten NICHT unbedingt an großen Strassenkreuzungen oder am Rand einer 4 spurigen Strasse gekauft werden... auch nicht von Händler, die an Ampeln stehen und einzelne Früchte verkaufen... das sollte schon vermieden werden...

Bananen  Bananen sind auf Reisen unverzichtbar. Eine saubere Frucht, die viele Probleme verhindern kann. In Indien kann man Bananen auf Strassen und in Märkten kaufen. Sie sind günstig und schmecken sehr gut. Für Reisende mit empfindlichem Magen eine sehr gute Zwischenmahlzeit.

Papaya Auch diese Frucht wird auf Strassen verkauft, meistens aber ist die Frucht um einiges größer als wir sie in Europa kennen. Wenn Sie eine Papaya kaufen, dann achten Sie bitte darauf, dass Sie die angefangene Frucht im Kühlschrank aufbewahren... ansonsten fängt die Frucht sehr schnell an zu riechen (bei 30° Hitze in der Nacht...!) und morgens stinkt das ganze Zimmer.

Limetten Die mobilen Limettenauspresser gibt es an jeder Strassenecke... hier sollte man darauf achten, dass Glässer verwendet werden... und diese oftmals nicht gut gewaschen sind... und wenn doch, dann mit nicht ganz sauberem Wasser... man weiss nie...! darauf sollte man immer achten... 

Trauben Auch bei Trauben ist die Gefahr groß mit unsauberem Wasser in Berührung zu kommen... daher: Lieber darauf verzichten... oder zuhause gut Waschen!

Wasser & Unsauberes Wasser Die meisten gesundheitlichen Probleme auf Reisen werden durch unsauberes Wasser verursacht... d.h.  Unsauberes Wasser kann genauso gut in Swimmingpools vorkommen wie in Wasserhähnen. Trinken Sie überwiegend Wasser aus verschlossenen (und versiegelten!) Flaschen... Ungeschältes Obst  wie Trauben, Äpfel, Birnen oder Mangos werden oft mit Wasser auf der Strasse bespritzt... das muss nicht unbedingt unsauber sein... aber wer weiss schon...

Tipp Essen und Trinken Sie einheimische und lokale Speisen und Getränke... und vor allem da, wo viel Kundschaft ist und wo auch die Einheimischen essen und trinken... Wo viel los ist (auch auf der Strasse!) wird die Ware schnell durchgereicht und ist frischer! Man muss in Indien nicht unbedingt europäisches Essen probieren!

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© 2009 Reisebasar.de, Text & Fotos: Fredy P. Weber

Fredy P. Weber, M.A. hat Ethnologie, Geschichte und Politik Südasiens in Heidelberg studiert. Zur Zeit arbeitet er als freischaffender Medienproduzent und Reiseexperte und konzipiert das Reiseportal Reisebasar.de


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